Unsere "gute Stube" wird eröffnet!

Unfertiger neuer MarktWir meinen natürlich den Marktplatz, der nun nach einer mehr als 6 monatigen Umbauphase fast fertiggestellt ist und am 03. November offiziell eröffnet werden soll.

Wir wollen nicht dazu Stellung nehmen, ob dieser Marktplatz nun schöner als der alte ist! Das ist eine Geschmacksfrage und darüber lässt sich bekanntlich gut streiten.

Wir wollen aber im Zeichen der nahenden Eröffnung den Entscheidungsprozess und die inzwischen aufgetauchten politischen „Nebenkriegsschauplätze“ noch einmal etwas näher betrachten.

Die Alternative Liste war die einzige politische Fraktion, die die Sanierung des Marktplatzes von Beginn an abgelehnt hat. Das lag nicht daran, dass wir uns einen schöneren oder funktionelleren Marktplatz nicht hätten vorstellen können! Im Gegenteil, die Vorschläge der AL, nachzulesen auf unserer Homepage www.al-rade.de , hätten Radevormwald strukturell aufgewertet. Wir haben aber den Begründungszusammenhang zwischen der Belebung der Innenstadt/Belebung des lokalen Einzelhandels und der Sanierung des Marktplatzes nie für ein tragfähiges Argument gehalten. Heute wollen ja selbst die größten Befürworter der Marktplatzsanierung an diesen Zusammenhang nicht geglaubt haben (wie z. B. der CDU-Fraktionsvorsitzende Herr Viebach mehrfach erklärt hat). Tatsache ist aber, dass in den Jahren 2009/2010 das Sanierungskonzept „als letzte Chance“ für Radevormwald angepriesen wurde. Es schien für einen stadtverbundenen Bürger geradezu unmöglich, die Planung abzulehnen! Wir haben es dennoch getan! Die AL hat – auch wenn die Radevormwalder Lokalzeitungen darüber wenig berichteten – beständig darauf hingewiesen, dass die geplanten 4,4 Steuermillionen, von denen Radevormwald ca. 1,4 Mio. zu zahlen hat, nicht den erhofften Erfolg bringen werden! Wir haben immer wiederholt, dass die wirtschaftlichen Probleme des Einzelhandels sich nicht mit städtebaulichen Mitteln lösen lassen! Das wollte aber zwischen 2008 bis 2011 niemand hören!


Bürger fordern Moratorium zum Innenstadtausbau


Alter Markt im März 2012Heute hat sich die Situation ein wenig gewandelt. Die FDP hat ihre Auffassung teilweise geändert. Sie beginnt jetzt die finanziellen Belastungen zu sehen und würde gerne das Projekt stoppen. Eine Bürgerinitiative „Wir sind Radevormwald“ hat sich gegründet, die den weiteren Umbau der Stadt zunächst einmal für 2 Jahre unterbrechen möchte (sog. Moratorium). Leider kommt all diese Kritik zu spät und führt noch nicht zum Sinneswandel bei den mehrheitstragenden Parteien von CDU/SPD/UWG. Gerade die UWG gibt sich in der Öffentlichkeit den Anschein, auf die Kritik vonseiten der Bürger einzugehen, gleichzeitig hilft sie aber immer mit, die Mehrheit für die falsche Politik zu beschaffen!


Rader Sommerloch: „Butter bei die Fische“ - oder wie haltbar ist der neue Markt?


In diesem Frühjahr entdeckten die Mitglieder des Bauausschusses ein neues Thema: Die Beschädigung, Verschmutzung und die Stabilität von Pflastersteinen. Schnell wurden „erste Sünder“ wie ein Fischverkaufsstand ausgemacht. Die Diskussion entwickelte aber gleich ein hohes Maß an Dynamik. Nach den Sommerferien forderte die CDU eine Satzung zu erlassen, die es ermöglicht, die Verursacher von Schäden und Verschmutzungen in Schadenersatz zu nehmen. Erläuterungen der Stadtverwaltung, dass eine solche Satzung nicht notwendig sei, weil es bereits hinreichende rechtliche Vorschriften gibt, die eine Schadenersatzforderung ermöglichten, reichten den Christdemokraten nicht. Sie forderte eine Liste, mit der die Stadt belegen sollte, dass sie auch bislang schon Schadenersatzforderungen gestellt hat. Damit kam das Thema dennoch in den Köpfen der CDU-Ratsfraktion nicht zur Ruhe! Da für die Forderung des Schadenersatzes auch immer der Schädiger bekannt sein muss, verfiel man auf die Idee, nach der Videoüberwachung des Marktplatzes zu rufen! Es kann durchaus Gründe für eine Videoüberwachung von bestimmten Örtlichkeiten geben. Den Marktplatz aber überwachen zu lassen, um die neuen „Pflastersteine“ zu schonen, ist nur grotesk. So wurden schon Hundehalter verdächtigt, für die Verschmutzungen im Bereich der Sonnen-Apotheke verantwortlich zu sein. Bei genauerem Hinsehen ist erkennbar, dass viele Flecken von zertretenem Laub herrühren!

Neuer MarktDie Alternative Liste ist der Meinung, dass hier vom eigentlichen Thema abgelenkt werden soll. Die Fragestellung lautet: Wurde und wird das Geld zielgerichtet eingesetzt? Viele Bürger sind mit uns der Meinung, dass das nicht geschehen ist! Wir haben noch keinen Bürger gefunden, der der Auffassung war/ist, dass ein neu gestalteter Marktplatz die Kaufbereitschaft der Bürger im lokalen Einzelhandel stärkt! Und da die Zustimmung zur Sanierungspolitik in der Bevölkerung eher ab- als zunimmt, suchen CDU und UWG neue Diskussionsfelder!

Gleichfalls nach den Sommerferien stellten diese beiden Fraktionen ultimativ die Forderung auf, es müssten die Zahlen für die Kostenüberschreitung auf den Tisch! Bislang hatte die Verwaltung aber nicht erkennen lassen, dass der geplante Kostenrahmen von 740.000 € für die Marktsanierung deutlich überschritten würde. Auch hier geht es nur darum, dem Bürger Aktionismus vorzuführen. Wer aber die Kasse der Stadt schonen wollte, hätte mit dieser Idee früher beginnen müssen! Wenn das Geld erst einmal ausgegeben ist, nützt das Jammern darüber wenig!!!


AL verschenkt Überziehschuhe: Damit können die Bürger zur Schonungdes Marktes aktiv beitragen wink


Kommen wir aber noch einmal auf das Thema der „Beschädigung und Verschmutzung“ bzw. der Schonung der neu gestalteten Marktfläche zurück. Nach unserer Auffassung ist der Markt eine öffentliche Fläche, die auch besonderen Beanspruchungen ausgesetzt ist und sein sollte! So darf zu einem Markt auch ein Fischhändler gehören! Und was wollen wir mit einem Platz, über den nicht mehr der Karnevalszug geführt werden kann, weil die Verschmutzungen sich nicht mehr beseitigen lassen!

Leider gibt es in Radevormwald schon Beispiele für solch misslungene Sanierungsfälle. Der ehemalige Kirmesplatz an der Ülfestraße wurde so gründlich saniert und von Wohnbebauung eingefasst, dass am Ende nur der neue Name noch an Feste erinnert, seine Funktion aber vollständig verloren gegangen ist!

Wenn Sie nun am 3. November das erste Mal den neuen Marktplatz betreten, wollen wir Sie unterstützen. Damit Sie nicht verdächtigt werden für Verschmutzungen gesorgt zu haben, schenken wir Ihnen „Einmalüberziehschuhe“. Sie können damit zeigen, dass Sie die „neue gute Stube Radevormwalds“ schonen wollen!