3 Cent mehr ab Januar ...

Marke Radevormwald… kostet das Briefporto dann. Damit jeder auch seine alten Marken aufbrauchen kann, gibt es natürlich eine Zusatzmarke zu 3 Cent.

Zahlreich werden daher im Januar die Briefe sein, die eine „normale“ Marke zu 55 ct. und eine Zusatzmarke zu 3 ct. zieren (siehe rechts).

Aber warum eigentlich diese scheinbar geringfügige Erhöhung? Auch noch so eine ‚krumme‘ Zahl? Und für wen? Die Post kommt auch ohne diese Erhöhung gut klar, schließlich schreibt sie schwarze Zahlen.

Notopfermakre BerlinMir drängt sich ein anderer Verdacht auf, der dem gemeinen Postkunden nur nicht offen­bart wird. Als alter Briefmarkensammler fühle ich mich zurückversetzt in die Zeit der 60er Jahre und die damals von alten Briefen ausgeschnittenen Marken. Und da gab es auch schon mal Briefe mit Zusatzmarken, damals waren es 2 Pfennig. Die Briefe und Postkarten in den Jahren zwischen 1948 und 1956 sahen oben rechts damals ungefähr so aus:

Also ganz ähnlich wie ab Januar 2013. Alle Briefe und Postkarten wurden mit dieser Zusatzfrankatur versehen – und zwar verpflichtend. Wenn die Marke fehlte, ging die Sendung mit einem Vermerk an den Absender zurück. Das ganze lief als Hilfe für das notleidende Berlin ganz gut. Insgesamt wurden in acht Jahren 430 Mio. DM eingenommen.

Rechnet man das auf die 3-Cent-Gebühr hoch und berücksichtigt ein zehnfaches Sendungsaufkom­men seit den 1950er-Jahren (auch wenn in den letzten Jahren wieder weniger Briefe geschrieben wurden), so könnten da pro Jahr ½ bis 1 Milliarde Euro zusammenkommen. Das ist doch schon was, auch wenn es für den Zweck, den ich vermute, nicht ausreichen wird.

Aber das etwas karge Motiv für die Zusatzmarke sollte man anpassen. Wenn schon nicht bunt und schrill, dann wenigstens mit ehrlichen Angaben. Mein Vorschlag für die neue Zusatzmarke:

Übrigens:
In Deutschland werden Postwertzeichen nicht von der (privaten) Deutschen Post AG heraus­gegeben, sondern – na, wer hätte es gewusst? – vom Bundesfinanzminister!